Erzählcafés ‚Der Start ins Leben‘

zuhören, sich austauschen, voneinander lernen

Auftaktveranstaltung JUNIOR-Erzählcafé am 20. Januar 2017 im LVRMuseum in Bonn

JUNIOR-Erzählcafé Bonn, 20.1.2017

JUNIOR-Erzählcafé in Bonn am 20. Januar 2017:

Film ab! Zu Beginn des Cafés zeigten wir das neue Video des Youtubers BYTEthinks ‚Schwanger&Geburt‘, das mit inhaltlicher Unterstützung der Aktion produziert wurde und in allen JUNIOR-Erzählcafés gezeigt werden darf. Auf witzige Weise hat er in 5 Minuten die wichtigsten Fakten und entscheidende Botschaften für einen guten Start ins Leben dargestellt: Geburt aus eigener Kraft ist möglich, Kaiserschnitte sind für den Notfall…

Anschließend wurde an 5 Tischen zugehört, diskutiert und nachgedacht:
 

Tisch 1 - Geburt von gestern bis heute
Eine 80jährige Frau saß zusammen mit einer Schwangeren am Cafétisch. Gemeinsam mit den Jugendlichen überlegten beide, was sich von früher bis heute geändert hat oder gleich geblieben ist. Eine wichtige Botschaft für die Jugendlichen war, dass man auch über Erlebnisse reden kann, die nicht so gut waren. Sie lernten, wie hilfreich das Verarbeiten von negativen Geburtserfahrungen für die nächste Generation in der Familie ist.

Tisch 2 - Männergefühle! Bericht eines Vaters
Ein Vater berichtete über die Hausgeburten seiner Töchter und stellte seine Erfahrungen als Mann bei der Geburt dar. Das Gefühl von großer Liebe und zugleich die Angst vor Verantwortung standen im Zentrum des Gespräches, ebenso wie der lösungsorientierte Umgang damit. Beeindruckt waren die Jugendlichen von der Beobachtung des Vaters, wie wichtig, aber nicht selbstverständlich Vertrauen in die Kraft des eigenen Körpers bei der Geburt für Frauen ist.

Tisch 3 - Geburt und Mutterwerden in der DDR
Am dritten Tisch erzählte eine Mutter sehr offen und nachdenklich, wie sie Schwangersein und Geburt zu DDR-Zeiten erlebt hat. Im Dialog entwickelten sich spannende Themen, zum Beispiel was die Bindung zwischen Eltern und Kind unter der Geburt fördert und was stört, aber auch wann es das Elternwerden sinnvoll ist und wie man die Aufgaben als Paar verteilt.

Am Hebammentisch wurden jede Menge Fragen gestellt… Wichtig war es, Missverständnisse auszuräumen. Zum Beispiel schätzten die Jugendlichen die Länge von Wehen falsch ein. Sie waren erleichtert zu hören, dass Wehen nicht 5-10min dauern, sondern viel kürzer sind! Thema war auch, warum Intimität nicht nur bei Sexualität, sondern während einer Geburt entscheidend für einen guten Verlauf ist. „Wie in Trance sein“ kannten die Jugendlichen vom Fernsehen schauen. Damit konnte eine direkte Verbindung zu den inneren Bildern aus dem Hypnobirthing gezogen werden und welche Rolle diese Konzentration für die Bewältigung der Wehenarbeit spielt.

Die eigene Geburt stand am Kunsttisch im Zentrum des Gesprächs. Aus diesen Erinnerungen und Einschätzungen der Jugendlichen wurden Farbdrucke hergestellt. Sie handeln von Taufringen und Kuscheldecken, die zwei Mädchen zur Geburt geschenkt bekamen und immer noch in Ehren halten, von Sternenguckern und Symbolen wie Liebe, Schmetterlinge und berührende Darstellungen von frischgebackenen Eltern.

Am Ende des Vormittags schrieben die Jugendlichen auf, was sie sich für die Zukunft der Geburtshilfe wünschen, wovor sie Sorgen haben und was sich ändern soll. Diese Statements werden in jedem JUNIOR-Erzählcafé gesammelt und Ende 2017 als Erzählcafé-Resolution veröffentlicht.

Tischdeckenzitate

Tisch 1: Geburt von gestern bis heute

Tisch 2: Männergefühle! Bericht eines Vaters

Tisch 3: Geburt und Mutterwerden in der DDR

Hebammentisch: