Erzählcafés ‚Der Start ins Leben‘

zuhören, sich austauschen, voneinander lernen

Die Erzählcafé-Aktion am 4. Mai 2015 in Freiburg

Erzählcafé Freiburg, 4.5.2015

Für die Gäste, zufälligen Passanten und für die Zeitzeug_innen war das Erzählen und Zuhören persönlicher Geburtserfahrungen sehr berührend und ein friedliches Zeichen von Protest. Die Tische des Cafés waren nach den eingeladenen Zeitzeug_innen geordnet, nicht nach Jahrzehnten: 83-jähriger Kinderarzt mit Hausgeburtserlebnissen, ein älteres Paar mit sehr verschiedenen Geburten (zuhause und Klinik), eine Schwangere mit dem 4. Kind und zwei Lehrhebammen.

Hier einige Zitate vom Erzählcafe 'Der Start ins Leben' in Freiburg:

"Ich musste einfach Hebamme werden, weil ich selbst in den Genuss
kam, eine Hebamme zu haben, als ich geboren wurde." (35-jährige Hebamme)

"Viele Frauen haben allein ihr Kind kriegen müssen, weil ich einfach
nicht schnell genug war. Da konnte ich dann gerade noch abnabeln und die
Placenta in Empfang nehmen" (Leiterin des Geburtshauses)

"Wenn die eigene Frau eine Hausgeburt wünscht, ist es besser, wenn man
Bauer ist als Arzt. Ärzte haben ja immer Angst"

"Da hab ich echt gelitten! Dieses Nichts-machen-Können." (Landwirt und
Vater von drei Kindern über die Klinikgeburt seiner zweiten Tochter)

"Die Art, wie man geboren wird, bestimmt wohl das ganze Leben: Meine
Sturzgeburt-Tochter hat echt Power, die Krankenhaus-Tochter ist eher
ängstlich und zurückhaltend"

"Die Hebamme wusste, dass unser Kind die Nabelschnur um den Hals hatte,
allein durch das Feedback, das meine Frau ihr gegeben hat."