Erzählcafés ‚Der Start ins Leben‘

zuhören, sich austauschen, voneinander lernen

Die Erzählcafé-Aktion am 30. Juni 2015 in der Begegnungsstätte in Camburg

Erzählcafé Camburg, 30.6.2015

Hier einige Zitate vom Erzählcafé ‚Der Start ins Leben‘ in Camburg:

Bei dem Thema „Vater im Kreißsaal“ waren sich unabhängig vom Alter alle Frauen einig, dass allein die Anwesenheit der Väter als sehr unterstützend empfunden wurde und richtig ist.

Erlebnisse aus den 50er Jahren:
„Wir stellten das damals gar nicht in Frage, für uns war es völlig normal, dass die Kinder in einen separaten Säuglingsraum lagen. Sie wurden uns nur zum Stillen gebracht. Wenn man sieht, wie schön das heute ist, ist das echt schlimm, dass wir von den Babys getrennt wurden.“

„Ich hatte vier Wochen zu früh Wehen und ging in die Geburtsstation. Der Arzt nahm mich nicht ernst und beharrte darauf, dass das Kind noch nicht kommen könne. Doch mein Sohn kam und ich habe ihn dort im Krankenhausbett sozusagen alleine geboren.“

„Der Vater durfte damals nicht dabei sein. Das war schon sehr schade.“

Erlebnisse aus den 80er Jahren:
„Bei allen Schwangerschaften kamen meine Kinder weit nach dem errechneten Termin. So prophezeite ich das auch beim Vierten. Doch die Ärzte nahmen mich nicht ernst. Ich behielt aber recht: Der Jüngste kam fast genau vier Wochen später zum Heiligabend.“

„Ich habe vier Kinder geboren, aber eigentlich habe ich sechs. Denn mein Lebensgefährte schenkte mir noch zwei Töchter im Alter von 14 und 16 Jahren. Das war auch noch mal eine Art Geburt, ein Anfang bedingungsloser Liebe, insbesondere weil eine von beiden das Down-Syndrom hat.“

„Hausgeburten waren zu DDR-Zeiten so gut wie gar nicht möglich. Aber meine Schwägerin erlebte eine, weil ihr Kind es so eilig hatte.“

„Hausbesuche von Hebammen gab es damals gar nicht. Wir mussten zur Mütterberatung an einer zentralen Stelle im Ort.“

Erlebnisse von heute:
„Durch meinen ‚Wunschzettel‘ im Mutterpass, konnte ich trotz Beckenendlage und Einleitung wegen Terminüberschreitung eine recht selbstbestimmte Geburt erleben.“

„Die Hausbesuche der Hebammen waren für mich im Wochenbett Gold wert.“

„Mein Mann hatte die Aufgabe, immer für einen frischen Waschlappen auf der Stirn zu sorgen. Er war froh und dankbar, diese Aufgabe zu haben, damit er etwas tun konnte.“

„Meine Geburt war schnell und heftig, nur 45 Min., bevor mein Sohn zur Welt kam, sind wir im Geburtshaus angekommen. Das nächste Kind wird wohl am besten gleich eine Hausgeburt.“