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Mutter sein früher und heute – Erzählcafe am 20.07.2026

Erzählcafé Galerie

Seit 2014 finden überall in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich viele berührende Erzählcafés mit unterschiedlichen Zielgruppen statt. Die dort erzählten Geburtsgeschichten, Wünsche und Erfahrungen rund um Schwangerschaft und Geburt haben wir zum Nachlesen und Weiterdenken dokumentiert.

Auswahl von Erzählcafés seit 2014

Mutter sein früher und heute – Erzählcafe am 20.07.2026

Am Montag, 20.07.26 war die Märchenerzählerin Tanja Weiß zu Gast im Still-Cafe am St. Anna Krankenhaus in Sulzbach-Rosenberg. Zusammen mit der Stillberaterin IBCLC Michaela Herrmann moderierte sie das Erzählcafé zum Thema - Mutter sein früher und heute – was hat sich im Lauf der Zeit verändert. Anwesend waren sehr unterschiedliche Jahrgänge - von Geburt 1964 bis 1986 bei den Großmüttern, bis zu den aktuell 2026 entbundenen Müttern. Die Anwesenden stellten fest: "Es ist so gut, wenn sich die unterschiedlichen Generationen austauschen, denn sie können viel voneinander lernen, aber bitte ohne Vergleiche zu ziehen und ohne auf eigene Ansichten zu pochen."

Da Babys immer kalte Füßchen haben, sollten sie unbedingt Socken anhaben – und wieder mit genau dieser generationenübergreifenden Aussage begann das heutige Erzählcafé. Die anwesenden Mütter, Omas und Uromas schmunzelten - alle haben diesen Satz schon gehört.

Was hat sich denn verändert? Mit dieser Frage begann Tanja Weiß die Gesprächsrunde. 
Die Teilnehmer wurden auf eine Reise in die Vergangenheit mitgenommen – eine Entbindung bedeutete 1964 für 3 Wochen Krankenhaus, davon 1 Woche strikt im Bett, danach Lockerung. Die Mütter sollten sich ausruhen, wurden deswegen auch von ihren Kindern getrennt. Flaschennahrung war vorrangig, Stillen selten. Danach hatten die Mütter keinen Mutterschutz -die Arbeit, gerade in der Landwirtschaft musste erledigt werden. 

Eine richtige Seltenheit – Mütter, die voll gestillt haben – die anwesende Oma war sehr stolz darauf, ihre Kinder komplett mit Muttermilch ernährt zu haben.

Kinderwagenschieben – reine Muttersache – der Vater schob einfach keinen Kinderwagen! Und wenn doch… eine Sensation!! Heutzutage überhaupt keine Frage – auch das Tragen wird gern von den Vätern übernommen! Nun kam aber die heutige Generation zu Wort: „Wenn der Papa trägt, finden es alle toll. Trägt die Mutter ihr Kind wird es verwöhnt.“

Beschäftigen sich die Väter mit ihren Kindern, gehen auch vielleicht zusammen aus wird dies richtig gut empfunden … umgekehrt sind Mütter in der Situation „faul“…

Gemeinsam als Paar zu den Vorsorgeuntersuchungen zu gehen, Familienzimmer im Krankenhaus, geteilte Elternzeit ist heutzutage eine Selbstverständlichkeit – früher gab es nur kurz vor der Geburt einen Termin beim Arzt oder der Hebamme. In der Klinik wurden die Kinder von den Frauen alleine geboren und danach war es ein Segen, wenn man zuhause Angehörige zur Unterstützung hatte.

Abschließend stellten die Anwesenden fest, es ist gar nicht so schlecht, wenn die unterschiedlichen Generationen gemeinsam aufwachsen, voneinander lernen ohne Vergleiche zu ziehen und ohne auf eigene Ansichten zu pochen. Auch als wichtig diskutiert - sich nicht in der virtuellen Welt ohne nachvollziehbaren Hintergrund zu verlieren. Ein gesundes Miteinander in der vor allem die Mutter auf ihr eigenes Bauchgefühl hören darf und darin unterstützt wird ist genau das Richtige Mittelmaß.

Einander verstehen, respektieren und Gefühle zulassen sollten alltäglich werden. Keine abwertenden Vergleiche, so dass Mütter-Power gemeinsam gelebt werden kann und darf….
Und Mütter-Polizei kein gängiges Unwort bleibt.